Wie man ohne Scham über die Periode spricht

Wie man ohne Scham über die Periode spricht

Ich erinnere mich noch genau an die erste Zeit meiner Periode. Ich war jung, unsicher und hatte das Gefühl, dass das Thema etwas war, über das man - oder FRAU - nicht offen sprechen durfte. In der Schule wurden Tampons und Binden heimlich in den Ärmel gesteckt, Gespräche über Menstruationsschmerzen mit einem peinlichen Kichern abgetan, und das Wort Periode selbst fühlte sich an wie ein Tabu.

Heute frage ich mich: Warum eigentlich?

Die Periode ist etwas völlig Natürliches – ein biologischer Prozess, den fast die Hälfte der Weltbevölkerung durchlebt. Und doch gibt es immer noch so viel Scham, Unsicherheit und Stigma rund um dieses Thema. Das sollte nicht sein. Deshalb möchte ich heute darüber sprechen, wie wir offener und ohne Scham über die Periode reden können – mit uns selbst, mit unseren Freund*innen, Partner*innen und sogar in der Öffentlichkeit.

Warum ist die Periode immer noch ein Tabuthema?

Die Antwort darauf ist leider komplex. Über Jahrhunderte hinweg wurde Menstruation mit Ekel, Scham und sogar Aberglauben belegt. In vielen Kulturen galt (und gilt) eine menstruierende Person als „unrein“ – ein Mythos, der sich bis heute in gesellschaftlichen Vorstellungen und Sprache verankert hat.

Aber auch moderne Werbung und Medien haben dazu beigetragen, die Periode zu „verstecken“. Denke mal an klassische Binden- oder Tampon-Werbungen: Statt rotem Blut wird eine blaue Flüssigkeit gezeigt, und die Botschaft ist oft: „Mit diesem Produkt merkt niemand, dass du deine Tage hast!“ Als ob das das Wichtigste wäre.

Doch die gute Nachricht ist: Es verändert sich etwas. Immer mehr Menschen brechen das Tabu und sprechen offen über ihre Periode – und du kannst auch dazu beitragen, wenn du möchest. .

Wie du ohne Scham über die Periode sprichst

1. Fang bei dir selbst an

Ich habe gelernt: Die Art, wie ich selbst über meine Periode denke, beeinflusst auch, wie ich darüber spreche.

Früher habe ich meine Tage als etwas Unangenehmes empfunden, als eine Last. Heute sehe ich sie als einen Teil meines Körpers, meiner Weiblichkeit und meiner Stärke. Und genau das kann helfen: Sprich über deine Periode so, wie du über jeden anderen biologischen Vorgang sprechen würdest – ohne negative oder beschämende Worte.

Anstatt zu sagen: „Sorry, ich bin total launisch, ich habe meine Tage…“


Sag doch mal: „Meine Periode ist da, ich nehme mir heute bewusst Zeit für mich.“

Diese kleinen Veränderungen machen einen großen Unterschied – für dich und dein Umfeld.

2. Mit Freund*innen offen reden

Viele von uns haben sich angewöhnt, in Codewörtern über die Periode zu sprechen: „Ich habe Besuch von der roten Tante“, „Erdbeerwoche“, „die Tage“. Das ist okay – aber warum nicht einfach Periode sagen?

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Freund*innen sich unwohl fühlen, wenn du deine Menstruation offen ansprichst, kannst du das Thema sanft angehen. Zum Beispiel so:

  •  „Wusstet ihr, dass die Periode im Durchschnitt sieben Jahre unseres Lebens ausmacht? Krass, oder?“
    „Ich probiere gerade Periodenunterwäsche aus, das fühlt sich so viel besser an als Tampons. Hat das schon jemand von euch getestet?“

Oft hilft es schon, das Thema einfach normal in Gespräche einzubauen. Je öfter wir das tun, desto selbstverständlicher wird es.

3. In Beziehungen klar kommunizieren

Ob in einer hetero- oder queeren Beziehung – unser*e Partner*in sollte wissen, dass die Periode keine „unangenehme Frauensache“ ist, sondern einfach ein natürlicher Teil des Lebens.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich früher versucht habe, Bauchkrämpfe vor meinem Freund herunterzuspielen. Doch als ich anfing, offener zu sagen:

  • „Hey, ich habe meine Tage und fühle mich nicht so gut. Wär’s okay, wenn wir heute einfach einen gemütlichen Filmabend machen?“

…merkte ich, wie entspannt er darauf reagierte – und wie viel angenehmer es war, mich nicht verstecken zu müssen.

Auch Partner*innen profitieren von ehrlichen Gesprächen über die Periode, weil es ihnen hilft, uns besser zu verstehen und zu unterstützen.

4. Keine Angst vor öffentlichen Gesprächen

Hast du schon mal in der Drogerie extra leise gesprochen, wenn du nach Tampons gefragt hast? Oder dich geschämt, eine Binde in der Öffentlichkeit aus der Tasche zu holen?

Das sind genau die Momente, in denen wir die Periode normalisieren können. Indem wir aufhören, uns zu verstecken.

  • Tampons oder Periodenunterwäsche sichtbar in die Tasche packen – kein Grund, sie zu verstecken.

  • Ohne Scham nach Periodenprodukten fragen – im Geschäft, bei Freund*innen oder Kolleg*innen.

  • Offene Worte finden – nicht „Frauenprobleme“, sondern „meine Periode“.

Jedes Mal, wenn wir die Periode ohne Scham ansprechen, tragen wir dazu bei, dass das Thema irgendwann genauso normal wird wie jede andere Körperfunktion.

Periode ohne Tabus – ein Schritt in die richtige Richtung

Ich hätte mir früher gewünscht, dass mir jemand sagt: Es gibt absolut keinen Grund, sich für die Periode zu schämen.Heute weiß ich: Je offener wir darüber sprechen, desto mehr brechen wir das Stigma.

Und weißt du was? Es gibt so viele tolle, moderne Möglichkeiten, die Periode angenehm und nachhaltig zu gestalten – ohne lästige Tampons oder Binden.

Ich selbst bin vor einiger Zeit auf Gotyu Periodenunterwäsche umgestiegen und kann mir nichts Besseres mehr vorstellen. Kein Stress mehr mit auslaufenden Tampons, kein Müll, keine Chemikalien – einfach anziehen, wohlfühlen und vergessen, dass man seine Tage hat.

Wenn du also das nächste Mal über deine Periode sprechen willst – tu es. Ohne Scham. Denn sie ist nichts anderes als ein Zeichen dafür, dass dein Körper genau das tut, wofür er gemacht ist.

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