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World Sexual Health Day: Vorbeugen, testen, Verantwortung übernehmen

Sexuelle Gesundheit, was bedeutet das eigentlich? Wohlbefinden, Selbstbestimmung und Verantwortung für dich selbst und für deine Partner:innen. Genau deshalb gibt es jedes Jahr am 4. September den World Sexual Health Day. Ein Tag, der uns daran erinnert, wie wichtig Aufklärung, Prävention und offene Gespräche sind. Denn weltweit werden jeden Tag über 1.000.000 heilbare STIs übertragen und viele davon bleiben unentdeckt.

Was sind STIs eigentlich?

STIs – das sind sexuell übertragbare Infektionen. Dazu gehören Chlamydien, Gonorrhö (Tripper), Trichomoniasis und Syphilis, aber auch chronische Infektionen wie HIV oder HPV.
Das Tückische: Viele STIs bleiben erstmal unbemerkt, weil sie keine oder nur leichte Symptome verursachen. Trotzdem kannst du sie weitergeben. Unbehandelt können sie jedoch ernste Folgen haben: Unfruchtbarkeit, chronische Schmerzen, Organschäden oder Komplikationen in der Schwangerschaft. Die gute Nachricht: Viele Infektionen sind heilbar und gut behandelbar, wenn sie früh erkannt werden.

Die Big 4 der STIs: Was du wissen solltest

Chlamydien (Chlamydia trachomatis)

Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit – und bleiben dabei oft unentdeckt.
Symptome: Oft keine! Sonst: Ausfluss, Schmerzen beim urinieren, Zwischenblutungen
Übertragung: Vaginal, anal, oral sowie über ungeschützte Sexspielzeuge
Risiken: Unfruchtbarkeit, Eileiter-schwangerschaften oder Entzündungen
Vorbeugung: Kondome und Früherkennung durch Screening
Behandlung: Antibiotika

 

Gonorrhö (Tripper)

Gonorrhö, im Volksmund auch „Tripper“ genannt.
Symptome: Häufig Ausfluss (gelb-grünlich), Brennen beim Urinieren, Schmerzen im Unterbauch - manchmal symptomlos
Übertragung: Vaginal, anal, oral sowie über ungeschützte Sexspielzeuge
Risiken: Unfruchtbarkeit, Entzündungen im Beckenbereich, kann Neugeborene bei der Geburt infizieren
Vorbeugung: Kondome, regelmäßige Tests
Behandlung: Antibiotika (aber Achtung: zunehmende Resistenzen!)

Trichomoniasis

Diese Infektion wird durch den Parasiten Trichomonas vaginalis ausgelöst. Viele bemerken sie gar nicht, doch wenn Symptome auftreten, sind sie oft unspezifisch.
Symptome: Oft keine! Sonst: Juckreiz, Schwellung, grünlich-gelber Ausfluss, Brennen beim Urinieren
Übertragung: Vor allem beim vaginalen Sex (der Parasit überlebt schlecht im Rektum oder Mund)
Risiken: Erhöhtes Risiko für andere STIs, Komplikationen in der Schwangerschaft
Vorbeugung: Kondome, Partner:innen mitbehandeln
Behandlung: Antibiotika (Metronidazol oder Tinidazol)

Syphilis

Syphilis hat eine lange Geschichte und ist trotz moderner Medizin immer noch eine ernstzunehmende Infektion. Das Heimtückische: Sie verläuft in verschiedenen Stadien.
  • Frühstadium: schmerzlose Geschwüre an Genitalien, Mund oder Anus.
  • Sekundärstadium: Hautausschlag, Fieber, grippeähnliche Symptome.
  • Spätstadium: Wenn unbehandelt, kann die Infektion Herz, Gehirn und Nerven schwer schädigen – lebensbedrohlich.
Unbehandelte Syphilis kann außerdem von Schwangeren auf das Kind übertragen werden und dort zu schweren Schäden oder Fehlgeburten führen.
Vorbeugung: Kondome, Tests bei Risiko
Behandlung: Antibiotika (meist Penicillin)

Schutz ist einfach: Vorbeugen und testen

  • Kondome: Der sicherste Schutz gegen viele STIs.
  • Regelmäßige Tests: Auch wenn du keine Symptome hast.
  • Partner:innen einbeziehen: Gerade bei Infektionen wie Trichomoniasis.
  • Wissen = Power: Je mehr du weißt, desto besser kannst du dich schützen.

Wo kannst du dich testen lassen?

👉 Hausärzt:innen oder Gynäkolog:innen: In Deutschland wird z. B. ein jährliches Chlamydien-Screening bis 25 übernommen.
👉 Gesundheitsämter: Viele bieten anonyme und oft kostenlose Tests an.
👉 Aidshilfen: Bieten Tests für HIV und andere STIs plus Beratung.
👉 Online-Testkits: Seriöse Anbieter schicken dir Kits nach Hause, die im Labor ausgewertet werden.

Warum Reden genauso wichtig ist wie Testen

Über STIs zu sprechen, ist kein Zeichen von Misstrauen, sondern von Verantwortung. Offene Kommunikation schafft Vertrauen, schützt dich und deine Partner:innen und bricht gleichzeitig das Tabu, das noch immer rund um sexuelle Gesundheit herrscht.

Fazit: Selfcare heißt auch STI-Check

STIs sind behandelbar, wenn sie früh erkannt werden. Vorbeugen, testen, behandeln! Das schützt dich und deine Partner:innen. Der World Sexual Health Day ist die perfekte Erinnerung, einmal ehrlich zu dir selbst zu sein: Wann war dein letzter Test?
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